hiCharge
hiCharge ist ein App-Konzept zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland. Das Projekt entstand als Bachelorarbeit und wurde anschließend mit zwei technischen Partnern zur Startup-Idee weiterentwickelt. Mein Verantwortungsbereich umfasste den gesamten Designprozess: von UX Research und Bedarfsanalyse über App-Design und Prototyping in Figma bis hin zu Branding und Marketingkonzeption. Das Projekt zeigt, wie nutzerzentrierte Forschung in ein tragfähiges Produktkonzept übersetzt werden kann.
Rahmenbedingungen & Zielbild
Ausgangslage
Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland war zum Zeitpunkt des Projekts stark fragmentiert. Bestehende Apps deckten entweder nur öffentliche oder nur private Ladepunkte ab, die Nutzerführung war häufig technisch getrieben statt nutzerzentriert, und die Bezahlprozesse waren uneinheitlich und umständlich. Für Fahrer:innen fehlte ein durchgängiges, verständliches Erlebnis vom Finden einer Ladesäule bis zum Abschluss des Ladevorgangs. Es gab keine Lösung, die öffentliche und private Ladepunkte in einer einzigen, benutzerfreundlichen Anwendung vereint.
Zielsetzung
Ziel war die Entwicklung einer mobilen App, die öffentliche Ladesäulen und private Wallboxen in einer Plattform vereint und den gesamten Ladeprozess — vom Finden über das Laden bis zum Bezahlen — einfach, sicher und nachvollziehbar macht. Die Lösung sollte auf fundierten Nutzeranalysen basieren, nicht auf Annahmen. Gleichzeitig sollte eine eigenständige Markenidentität entwickelt werden, die Nachhaltigkeit und Innovation transportiert.
Meine Rolle & Verantwortlichkeiten
Ich war für den gesamten Designprozess verantwortlich: UX Research (Konkurrenzanalyse, Zielgruppenanalyse, Nutzerumfragen, Personas, User Journey Mapping, Jobs-to-be-done), Konzeption und Informationsarchitektur der App, Wireframing und Prototyping in Figma, UI Design mit dunklem Farbkonzept für Nutzung während der Fahrt, sowie die komplette Markenentwicklung (Logo, Farbsystem, Typografie, Iconografie). Zusätzlich habe ich die Marketingstrategie konzipiert und umgesetzt: Social Media (LinkedIn, Instagram), Printmaterialien (Flyer, Poster, Briefpapier) und Messeauftritte.
UX / UI – Konzept & Entscheidungen
Die Konzeption begann mit einer umfangreichen Research-Phase: Konkurrenzanalyse bestehender Lade-Apps, Evaluation relevanter Features und eine detaillierte Nutzeranalyse durch Umfragen, Personas und User Journey Mapping. Mit der Jobs-to-be-done-Methode habe ich die tatsächlichen Bedürfnisse von E-Auto-Fahrer:innen herausgearbeitet — nicht nur funktionale Anforderungen, sondern auch emotionale und kontextuelle Faktoren. Daraus wurden klare Anforderungen an die App abgeleitet: einfacher Zugang zu privaten Wallboxen, transparente Verfügbarkeitsanzeige, automatisierter Bezahlprozess. Die Informationsarchitektur wurde so aufgebaut, dass die App sowohl während der Fahrt als auch im Stillstand intuitiv bedienbar bleibt.
UI Design – Umsetzung der Konzepte
Das UI Design setzt auf ein dunkles Farbkonzept, das die Blendung bei Nutzung im Fahrzeug minimiert und gleichzeitig einen modernen, technischen Charakter transportiert. Typografie, Iconografie und Farbsystem wurden konsequent auf Lesbarkeit und Zugänglichkeit in unterschiedlichen Nutzungskontexten optimiert. Die Gestaltung verbindet funktionale Klarheit mit einer eigenständigen visuellen Identität, die sich von bestehenden Lade-Apps abhebt. Wireframes und Prototypen wurden in Figma entwickelt und durch iterative Tests mit Nutzer:innen validiert und optimiert.
Web & Development
Die technische Konzeption der App umfasste die Definition von Datenstrukturen für Ladepunkte (öffentlich/privat), Nutzerdaten und Bezahlprozesse. In Zusammenarbeit mit zwei Maschinenbaustudenten wurde eine technische Lösung zur Ermittlung der Ladekapazität entwickelt. Der Prototyp wurde in Figma als interaktiver Klick-Dummy realisiert und auf Fachmessen präsentiert. Das Projekt wurde durch eine Förderung von HessenIdeen unterstützt und auf Messen durch Branchenfeedback weiter validiert.
Ergebnis & Wirkung
Das Ergebnis ist ein fundiertes, durchgestaltetes App-Konzept mit vollständiger UX-Dokumentation, interaktivem Prototyp und eigenständiger Markenidentität. Das Projekt wurde auf Fachmessen präsentiert, durch HessenIdeen gefördert und durch Branchenkontakte validiert. Nach einem Jahr wurde die Entwicklung eingestellt, da die finanziellen und personellen Kapazitäten des Dreierteams für eine Vollzeit-Produktentwicklung nicht ausreichten.
Fazit
hiCharge zeigt, wie sich ein Designprojekt von der akademischen Forschung über Produktkonzeption bis zur Startup-Realität entwickeln kann. Die intensive Research-Phase hat die Qualität aller nachfolgenden Designentscheidungen maßgeblich geprägt. Besonders wertvoll war die Erfahrung, ein Produkt nicht nur zu gestalten, sondern auch zu positionieren, zu vermarkten und mit einem interdisziplinären Team weiterzuentwickeln. Das Projekt verdeutlicht meine Arbeitsweise: nutzerzentriert recherchieren, konzeptionell durchdenken und gestalterisch umsetzen — vom Research bis zum fertigen Designsystem.
weitere Projekte
A curated collection of my most impactful projects, showcasing my approach, creativity, and the results delivered for clients.


